• Dr. Detlef Weber

Projektleiter und Prozessleiter in Projekten der Prozess-Industrie



Ein Projekt ist gekennzeichnet durch die Elemente: zeitliche Begrenzung, begrenzte Ressourcen, projektspezifische Organisationsform, Neuartigkeit, Komplexität.

Der Projektleiter hat die Aufgabe, das Projekt durch Managen dieser Elemente erfolgreich zum vorgegebenen Ziel zu führen. Dies schließt die Teilaufgaben Planen, Organisieren, Überwachen, Steuern/Entscheiden, Führen/Kommunizieren, Dokumentieren/Berichten ein.

An das Projektteam werden vielfältige Anforderungen gestellt. Die Erfüllung der Anforderungen setzt zunächst eine solide Fachkenntnis voraus, es bedarf jedoch für eine erfolgreiche Projektarbeit weit mehr: Einsatzwillen, Flexibilität, Kreativität und Kooperation.


Im Projektmanagement werden die verschiedenen Teilbereiche zu einem „funktionierenden Ganzen“ verknüpft, und hierfür bedarf es einer spezifischen Organisationsstruktur und die Anwendung von umfangreichem Methodenwissen während der verschiedenen Projektphasen.

Neben dem Projektleiter (PL) wird in der Organisation vieler Anlagen-Projekte oder TechTransfer-Projekte in der Pharma-Industrie ein Process Interface Manager (PIM) benannt, der die Gewährleistung von regulatorischen und qualitätsrelevanten Anforderungen während der Installationsphase sicherstellen soll. Er überwacht hierbei auch die Einhaltung des Leistungsverzeichnisses (URS), koordiniert die verschiedenen Qualifizierungen IQ / OQ / PQ und erstellt / verantwortet den Trainingsplan der Bedienungsmannschaft.

Der PIM hat dann eine besonders wichtige Funktion, wenn z.B. das Industrie-Projekt einen Neubau (Gebäude / Anlage) an oder innerhalb eines bestehenden Produktionsgebäude zum Ziel hat. Das gleiche gilt auch für ein TechTransfer-Projekt.

In diesem Fall gibt es zahlreiche interne und externe Schnittstellen (Interfaces), deren nur zum Teil überlappende Interessen das Projektziel gefährden können, zumindest aber verzögern werden.

Der PIM unterstützt eher den Betriebsleiter (BL) in dessen Aufgaben, legt den Schwerpunkt dabei auf die Koordinierung von Abläufen, auf die Kommunikation der Schnittstellen (z.B. Betriebsmannschaft – externe Dienstleister - Projektteam). Er übernimmt die Verantwortung bei der Erörterung und Freigabe der Layout-Planung und des Aufstellplans (Bedienbarkeit der Anlage, Personal- und Materialfluß) – unter Berücksichtigung der GMP-Normen und anderer werksspezifischer Technischer Richtlinien (Sicherheit, Umweltschutz).


Kurz: Der PIM agiert verantwortlich in den „blinden Flecken“ des Projektmanagements!

Der PIM koordiniert in Fragen von Übergabe-Punkten/Liefergrenzen, notwendigen Betriebsunterbrechungen, Durchführung der Arbeiten externer Dienstleister.



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